Euroglide 2016: Short Final

Guten Abend zusammen,

Wieder mal etwas später…

Gestern abend waren wir noch mit der 4P-Crew auf ein Bier in Hamm. Vier Papas die mit ihrem Nimbus 4DM bei der Euroglide mitfliegen..Wir dachten uns wer die Teamzusammensetzung so passend auf dem Leitwerk beschreibt, mit dem ist wohl gut Bier trinken. Wir haben dann noch einen schönen Abend mit Hans, Henry und Axel verbracht. Zunächst waren wir noch in einer Bar, dann im fantastisch hergerichteten Vereinsheim des LSC Hamm. Alles tip-top!

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Danach sind wir bei der netten Dame (siehe Titelbild gestern) unter unser Tarp gekrochen und haben herrlich unter freiem Himmel geschlafen. Fit für den letzte Etappe packten wir dann vorerst das letzte mal sämtlichen Krempel in die ASH und bemühten uns beim Flugzeugputzen noch mal besonders. Vom Vierpapa Team gabs noch Kaffe und Zahnpasta – unsere hatten wir vorsorglich schonmal in Jelena Gora gelassen, da wir dort auf jeden Fall nochmal hinwollen. So langsam lag auch etwas Wettbewerbs Stimmung in der Luft und wir machten uns an den Startaufbau. Die D-KAIM bekam Indexbedingt wieder den letzten Platz in der Reihe. Nach den Schlepps hinter Wilga und Jak12 die letzten Tage hing dieses Mal ein etwas schlankeres Fluggerät am anderen Ende des Seils. Der Schleppilot meinte zwar, das würde ähnlich gehen wie mit einer Remo aber vorsichtshalber haben wir den ersten Arcus dann doch etwas angeschoben. Im Nachhinein glauben wir, dass der Schlepper meinte das Ding geht genauso gut wie hinter einer Remo mit zwei ASHs im Doppelschlepp. Schließlich kamen wir dann aber doch irgendwann oben an. Der Abflug gestaltete sich sehr zäh. Zwei Fliegerkammeraden aus der Bussardstaffel zeigten uns dann glücklicherweise noch das Zentrum des Barts und wir konnten endlich los. Wie auch die Tage zuvor war uns kein Rennwetter vergönnt, dafür war die Basis aber gewohnt tief. Wir hofften auf etwas bessere Industriethermik, aber auch die Kraftwerke gaben nicht wirklich was her. Schließlich stand der Endanflugrechner auf Venlo dann aber doch irgendwann positiv und wir konnten den Zielpunkt umrunden. Den Vorsprung den die Teams im Arcus durch früheren Start hatten, konnten wir jedoch nicht mehr rausfliegen. Aber als drittes Flugzeug in unserer Klasse angekommen zu sein ist doch top. Mal sehen ob wir in Sachen Displacement-Kilometer richtig gerechnet haben. Aber natürlich würde auch das von einem Münchner Ingenieursschreibtisch aus überprüft.

Gelandet sind wir dann nach dem Ziellinienüberflug in Venlo schließlich in Aachen Merzbrück. Ein kleiner Abstecher nach Weisweiler war jedoch noch nötig, da alle angeflogenen Kraftwerke auf der Tour nicht wirklich das hergaben was Brezn versprochen wurde. Dort konnte er dann endlich noch seinen ersten richtigen Industriebart Kurbeln. Vermutlich wird er diesen schwer vermissen wenn er wieder in gewohnter Alpenthermik unterwegs ist.

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In Aachen angekommen konnten wir dann sogar noch Poolboy zu seiner bestandenen Segelflugprüfung beglückwünschen.

Nach ein paar Stunden Flugzeugpflege ließen wir den Abend mit einigen FVAlern ausklingen. Brezn hat das erste mal das legendäre Knossos, das Stammlokal der Flugwissenschaftlichen Vereinigung Aachen besucht. Ein weiterer Meilenstein in seiner Fliegerkarriere. Zu erzählen gabs ja jetzt wieder einiges.

Bilanz: Wir sind 2400 km in gut einer Woche quer durch Europa geflogen. Und das ohne Rückholer.

Wichtig war uns, dass wir die Sache jeden Tag ganz locker angegangen sind. Wir haben uns jeden Tag aufs fliegen gefreut und waren bis zuletzt fluggeil. Es war einfach eine Riesengaudi! Wir haben so viele tolle Menschen kennengelernt, die auch so sehr für die Fliegerei leben wie wir selbst.
Danke an unsere Top-Supporter: Holle, Weinzi, Kiki, HW, Bofrost, WaHu, Börni, Arnaud, Andrea und an alle, die wir noch vergessen haben. Und an die FVA für das tolle Flugzeug! Ein herzliches Dankeschön geht auch an die Organisatoren der Euroglide für dieses tolle Event.

Bis zur nächsten Euroglide, wir sind sicher wieder am Start!

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Euroglide 2016: Es wird spannend..

Hallo liebe Blogleser.

Heute morgen haben wir schnell unseren Flieger startklar gemacht, denn wir wollten früh starten. Im Westen lauerte nämlich schon eine Front auf uns, die das weitere vorankommen schwierig machen würde. Und die Front wanderte ostwärts. Als wir den Flieger startklar gemacht hatten, kam auch schon unser freundlicher Schleppilot Bommel. Er hat uns noch voller Stolz seine toll hergerichtete Supercub und den grundüberholten Vereins-Falken im Veltins-Design gezeigt. Auch eine ASH stand im Hangar, mit österreichischem Kennzeichen. Danach gabs das freundlicherweise von Bommel mitgebrachte Frühstück, mit guter Teewurst aus dem Osten. Danke nochmal dafür!

Danach gings an den Start. Bommel hat uns direkt in den ersten Aufwind gezogen, der auch gleich mit 1,5 m/s bis an die Basis in sagenhaften 700 m über Grund ging. Danach kamen wir gut voran, trotz 25 km/h Gegenwind bei tiefer Basis. ASH-Wetter eben! Erstes Ziel war der Ith, vor Abflug noch angedachtes Ziel. Lief aber dann doch besser als bei der morgens aufziehenden Bewölkung anzunehmen.


So überflogen wir dann auch bald den Teutoburgerwald. Hier, direkt über der Flugschule Oerlinghausen stand dann aber auch schon der letzte ernst zu nehmende Bart des Tages.


Die letzten Sonnenstrahlen hinter uns folgten dann gut 30km Geschwabbel im grauen. Nahe des Flugplatzes Oelde-Bergeler unternahmen wir den letzten Versuch doch noch was auszugraben, zogen dann aber letztendlich den Motor. Dieser sprang, wie zur Gewohnheit geworden problemlos an. Weiter gings im Schauerslalom. Einige Kilometer vor Hamm sahen wir noch eine kleine Chance auf einen weiteren Wertungsflug und stellten nochmal auf Segelflug um. Leider vergebens. Selbst die Kraftwerke haben keinen halben Meter mehr ab. Mit uns im letzten Nullschieber waren noch zwei weitere Flugzeuge aus unserer Klasse.


Beide landeten dann kurz nach uns. Sofern sich heute nichts mehr ändert und wir uns nicht mit den erlaubten Motorflugkilometern verrechnet haben stehen jetzt die ersten drei der Hight Turbo Class nach knapp 2300 geflogenen Kilometern am gleichen Flugplatz. Index bedingt werden wir morgen den letzten F-Schlepp bekommen. Dann sinds nur noch 125 Kilometer, das wird richtig spannend.

Vielen Dank an unser Strategieteam!

Bis Morgen!

Euroglide 2016: Grunau – Schäferstuhl

Hallo zusammen,

Heute morgen wurden wir vom Prasseln der Regentropfen auf unser Fünfsternehotel geweckt. Deshalb wurde der Wecker nochmal um eine Stunde nach vorne gestellt, denn die Stimmung in Jelenia Gora war nach dem von Polen gewonnenen Fußballspiel recht gut.

Nach dem startklar machen des Flugzeugs wurde das Frühstück durch einen Power-Bar (High-Kalorien Proteinriegel) ersetzt. Dafür wurde auch die von Jona am Vorabend organisierte JAK-12 startklar gemacht. Dazu musste erstmal Druckluft nachgefüllt werden.

Danach haben wir das Monster aus der Halle gezogen. Das Baby hat 1,4 Tonnen  und 260 PS. Alles funktioniert bei dem Ding mit Druckluft. Motor anlassen, Klappen fahren und auch die Lenkbremsen. Hat uns doch sehr an einen Traktor erinnert. Als wir dann eingestiegen sind, wurde die Anlassprozedur initiiert. Motor ist sofort angesprungen. Echte russische Ingenieurskunst.Sehr  rustikales Cockpit. Beim Anhören des Motorsounds hätte es uns beinahe nicht nur die Nackenhaare aufgestellt. Die Startstrecke war ultrakurz, dank Vorflügel und Spaltklappen. Direkt ging es zum berühmten nahegelegenen Fliegerberg bei Grunau, an dem auch schon Hanna Reitsch geflogen ist. Erst ein tiefer Überflug, um die Lage zu checken, danach hat unser Pilot entschieden, zu landen. Dort gehts aber wie auf einer roten Skipiste bergauf, wir hatten sicher 40 km/h Wind. Aber ein gekonnter Anflug brachte uns sicher auf den Boden.


Kaum gelandet, war unser Trumm-Flugzeug auch schon sofort von Schaulustigen umzingelt. Wir konnten uns noch den alten Hangar, das Hotel und die „Gravitationsstartbahn“ ansehen. Das ist ein gepflaster Streifen, an dem die Segelflugzeuge einfach den Berg runter geschubst werden.

Wir wurden von unseren polnischen Freunden auch eingeladen, dort mal zu fliegen. Nach der Besichtigung gings auch schon wieder zum Abflug zurück an den im Tal gelegenen Flugplatz. Aber vorerst musste unser Pilot ersrmal die Leute von der Wiese verscheuchen, denn wir wollten von dort starten.

Das Gras war Kniehoch, so hatte keiner von denen vermutet, dass dort ein Flugzeug starten würde. Und das auch noch bergauf. Aber kein Problem für die Jak. Zuerst sind wir den Berg runtergerollt. Dann gings Vollgas den Berg hoch. Genau am höchsten Punkt hob die Karre ab und flog erstmal ballistisch ein paar Meter wieder den Berg runter. Aber wir waren airborne. In wenigen Minuten waren wir wieder in der Platzrunde unseres gestrigen Landeplatzes. Wir beide durfen auch mal steuern. Fliegt sich zu unserer Überraschung ganz fein, nur auf dem Höhenruder ist es ein Panzer. Extrem schwergängig. Nach der Landung gings auch sogleich mit der ASH an den Start. Noch immer 40 km/h Gegenwind und 8/8 bei 600 m Basishöhe. Deshalb haben wir nach dem Schlepp hinter der Jak direkt den Motor gezogen und unsere Rattelkilometer weiter aufgebraucht. Ab der Grenze würde dann das Wetter zunehmend besser, sodass wir eine gute Stunde sogar richtig racen konnten.Der straffe Gegenwind machte uns trotzdem deutlich langsamer.

(Saalemündung)

Als dann das Wetter nach Westen hin wieder schlechter wurde, war der Gegenwind natürlich doppelt blöd. Wir mussten uns an Leipzig vorbeischleichen müssen, weil uns der FIS-Lotse auf Grund von Segelflugbetrieb nicht in den Leipziger Luftraum einfliegen lassen wollte. Begründung: Da dürften nur Flieger aus den lokalen Vereinen rein. Naja, egal. Wir sind dann weiter und mussten zunehmende schwache Bärte auskurbeln, die oft schnell ihren Dienst wieder quittierten. Wir haben dann Holle eine SMS geschrieben, ob er ein paar Flugplätze durchtelefonieren könnte, um zu fragen, ob es dort am nächsten Tag eine Schleppmöglichkeit gibt. Alle Flugplätze im näheren Umkreis sind wohl am Montag zu, aber am Schäferstuhl bei Salzgitter gäbs ne Möglichkeit. Danke an Holle für den Exklusiven Service. Wir haben schon das Gefühl, dass in unserem Freundeskreis eine Supportercompetition entsteht. Danke nochmal an alle für eure Unterstützung! So, wieder zurück zum Flug. Wir waren an der Stelle tief bei Oschersleben, noch 90 km to go bis zum Schäferstuhl. Ein schwacher Bart hob uns 200m höher in Schlagdistanz zur nächsten, besser aussehenden Wolke. Die brachte entgegen unserer Erwartungen auch wieder nur wenige hundert Meter. Miuns 300 m auf dem Endanflugrechner. Aber es reichte wiederum bis nach Goslar, wo wir dann in schön runden 2 m/s den Endanflug erkurbelten. Yes!


Wir hatten dann sogar noch genug Höhe, um etwas gegen den Kurs rauszufliegen. Nach der Landung am sehr gepflegten Flugplatz und der freundlichen Begrüßung konnten wir noch mit der Jugendgruppe des hiesigen Vereins den Rest vom Spiel Deutschland – Slowakei anschauen. Bommel sagte uns zu, uns am nächsten Morgen zu schleppen. Dusche vorhanden. Top! Dann haben wir noch Pizza bestellt und mit einem Bier den Abend bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Schäferstuhl ausklingen lassen. Ein älterer Herr hat währenddessen mit dem Traktor den sowieso schon niedrigen Rasen des Flugplatzes gemäht. Wie sich später herausstellte, war das der Flugplatzopa Klaus (er hat sich selbst so vorgestellt), der uns dann noch eine kleine Führung über den Flugplatz inklusive eines kleinen historischen Abrisses desselben gegeben hatte. Sehr beeindruckend, wie die die Segelflugzeuge mit dem Gummiseil vom Hügel ins Tal geschossen haben. Beim Anblick des Hügels konnten wir uns das Bildlich vorstellen, wie das damals abgegangen sein musste. Klaus selbst kam ursprünglich aus Schlesien. Wir kamen also gerade aus seiner früheren Heinat geflogen. Wir haben dann mit Klaus noch ein Bier getrunken und sind ins Bett. Heute morgen sind die Wetteraussichten nicht so rosig, von Westen her zieht eine Front herein.


Anscheinend haben es noch zwei Teams bis nach Kassel geschafft. Wir liegen also an dritter Stelle. Aber die packen wir auch noch! Heute gilt es, sich so weit in den Westen wie möglich zu mogeln. Wir haben da schon ein paar Ideen, wie wir das machen könnten.

Bis morgen!

Euroglide 2016: Hangflug, Wind, Gewitter

Servus Leute,

Unser letzter Beitrag ist ja noch nicht so lange her. Aber wir wollen euch nicht so lange auf unsere brandheißen News warten lassen.

Das Frühstück haben wir wieder bei unserem altbekanntem Tankstellenrestaurant eingenommen. Diesmal mit einer anderen hübschen Bedienung. Die Holländer haben auch hier diniert und wieder Gulasch mit Kartoffelpuffer zum Frühstück bestellt (das Gericht, das wir gestern entdeckt hatten).

Nach dem Kurzem Motorlauf sind wir in eine Wahnsinns-Welle eingestiegen. Diese war leider zu Ende, nachdem wir das Vario von Statik auf TEK umgestellt hatten. Trotzdem waren wir ziemlich glücklich endlich Berge unter uns zu haben und nicht nur Wolken und Flachland lesen zu müssen. Sogar zum Hangflug wurden wir gezwungen.

Sebastian Kawa hing her vermutlich früher auch des öfteren – wir hofften der Hang färbt ab..

Der spaß hielt leider nur kurz an, da sich das ganze bei mehr als vierzig kmh durchaus etwas schwierig gestaltete. Mehrmals mussten wir ins flachere abgleiten um sicher Höhe zu gewinnen. The most reliable engine wollten wir dann doch lieber nicht benutzen müssen. Wir versuchten zu verstehen wo und warum die Wolken zogen und hangelten uns langsame Richtung Westen.


Bei fast positivem Endanflug auf Görlitz gab es leider kein Weiterkommen mehr. Der erhoffte Korridor zwischen den Gewittern hatte sich ebenfalls der vorherrschenden Weltuntergangsstimmung angeschlossen. Wir gaben dann doch unserem Rasenmäher eine weitere Chance sich zu beweisen und flogen in tief grauer Suppe gen Jelena Gora. Mittlerweile über fünfzig kmh auf der Nase. Über Grunau stellten wir den Motorflug ein und hatten tatsächlich genug Höhe um wie auch die Abende vorher ein kurzes Sightseeing Leg über der umliegenden Gegend einzulegen.



Nach einer durchaus spannenden Landung sitzen wir nun am aus der Luft erkundeten Marktplatz, haben fein gegessen und arbeiten das obligatorische Kulturprogramm ab.


Vielleicht besuchen wir morgen noch Grunau und versuchen die ASH im bergabrollverfahren zu starten..

Holle, Bofrost: auch wenn der von euch prophezeite Korridor leider schon zu war: vielen Dank!

Bis morgen in Venlo 😉

Euroglide 2016: Klassenwechsel: heute mal low turbo..

Gestern sind wir nach dem Bier bei der Marille (so hieß die Bierverkäuferin auf dem Stadtplatz in Plock) noch zu einem Steg an der Weichsel spaziert, der uns aus der Luft schon aufgefallen ist. Der Steg ist ein beeindruckendes Bauwerk, fast einen Kilometer lang, mitten in die riesengroße Weichsel reingebaut. In der Nacht waren neben ein paar jungen Leuten und uns nur Millionen von Eintagesfliegen auf dem Steg. Aber ein wunderbarer Ausblick auf den Strom.

Danach wollten wir mit dem Taxi zurück zum Flugplatz. Leider war das Taxi, das wir uns vorher bestellt hatten schon weg. Aber wir haben ein paar Jungs angehauen, die uns dann zum Flugplatz gefahren haben. Am Flugplatz gabs dann noch von unserem Frühstückseinkauf einen kleinen Mitternachtssnack anstelle des Abendessens. Am nächsten morgen haben wir leider etwas getrödelt, aber die anderen Teilnehmer auch, deshalb haben wir nichts verloren. Nach der Vorbereitung gings an den Schlepp hinter der Wilga.


Wir starteten wegen unseres hohen Indexs wieder als letztes. Die ersten Bärte waren noch etwas zäh, dann fing es aber an zu laufen. Nach zwei Stunde hatten wir fast alle aus unserer Klasse bereits eingeholt, obwohl der erste Schlepp eine halbe Stunde vor uns rausging. Herrliche Wolkenstraßen ließen uns richtig Rocken.


Wir wussten aber, dass wie schon am Vortag entscheidend sein würde, dass man zum jeweils richtigen Zeitpunkt zwischen Vollgas und vorsichtigem Fliegen umschalten muss. Leider haben wir das dann voll verkackt. Genau als es schlechter wurde, haben wir uns zu einem Sperrgebiet navigiert, das entgegen unserer Information laut Flugsicherung aktiv war. An dem Punkt, als wir das feststellten, haben wir aber kein Steigen mehr gefunden und die schönen Wolken standen mitten im Sperrgebiet. Wir mussten also 10 km fast 90 Grad zum Kurs fliegen. Die nächsten Wolken zogen leider auch nicht, so dass wir immer tiefer kamen. Bei der Warmluft gehts unten heraus sowieso nicht so gut. Im Nachhinein haben wir herausgefunden, dass wahrscheinlich doch Aufwinde unter den Wolken standen, aber die Wolken so groß waren, dass man länger suchen hätte sollen. Wir waren dann leider gezwungen den Motor zu starten. Zum glück hat uns unser Megazuverlässiges Triebwerk wieder nicht im Stich gelassen. Wir haben dann zu früh abgestellt, dass wir nochmal zünden mussten. Das Steigen des Motors ist wirklich homöopathisch. Aber der Motor hat uns dann in den nächsten Aufwind gebracht. Die Aktion hat uns sicher eine knappe Stunde gekostet. Wir dachten, das wars jetzt. Danach sind wir dann ultravorsichtig geflogen. Aber irgendwie haben wir wieder besser reingefunden und haben es doch noch mal geschafft, ordentlich zu fliegen.


Jona hat uns dann für den Luftraum vor der Wende grandios eine Freigabe besorgt, die es uns sehr erleichtert hat, in den Endanflugbereich vom Wendeflugplatz Krosno zu gelangen. Während des Endanflugs haben wir dann immer wieder brauchbares Steigen gefunden, so dass wir uns dann doch entschlossen haben, es zum nächste Flugplatz, dem 90 km entfernten Novy Sacz zu versuchen. Wir sind mit minus 300 m losgeflogen ins blaue in die absterbende Thermik. Nach vielen Kilometern gleiten mit hunderten Mücken auf dem Flügel hat uns doch noch ein Aufwind gefunden, den wir dann ausgelutscht haben. Der Endanflug war sicher! In einer schönen Mittelgebirgslandschaft neben einem dunkelblauen Stausee liegt der Flugplatz Novy Sacz. Jona hat im Gegenanflug einen Fluss ausgeguckt, in dem wir dann abends baden wollten. Zu unserer überraschung haben es die anderen Teilnehmer aus unserer Klasse auch nicht weiter geschafft als wir. Wir sind also voll im Rennen!

Nach der Landung haben wir uns mit den Kids am Flugplatz angefreundet, sie durften alle mal in der ASH platz nehmen.


Danach haben wir noch eine Runde Fußball mit ihnen gespielt. Alles sehr talentierte Kicker, dagegen haben Jona und ich alt ausgesehen. Am Abend gabs dann nach drei Tagen endlich wieder was warmes zu Essen, bei der hiesige. Raststation an der Tankstelle. Wir haben nach einer lokalen Spezialität gefragt, es gab Kartoffelpuffer mit Gulasch. Hat herrlich geschmeckt. Die Holländischen kollegen haben sich wohl nicht getraut zu fragen und habem alle Chips gegessen. Als sie unser Festmahl sahen, haben alle das gleiche nachbestellt. Sogar am heutigen Morgen zum Frühstück haben sie nochmals dieses Gericht gegessen. Danach sind wir noch zum Fluss, wo wir ein paar schüchterne Mädels durch unser wildes Aussehen verschreckt haben. Der Fluss war leider nicht so sauber wie gedacht, aber schön war es dort trotzdem. Das Bier, das wir dort getrunken haben, hat auch super geschmeckt.


Danach gings aber zügig ins Bett. Heute morgen sind wir dafür gut ausgeschlafen aufgestanden. Heute erwartet uns in der immer heißer werdenden Warmluft wohl ein Gewitterflug. Mal sehen was der Tag bringt, wir werden es wie immer locker angehen.


Bis morgen von irgendwo weiter Westlich! Vielleicht aus Tschechien oder sogar aus Deutschland.

Brezn und Jona
Wiederum geht unser Dank an General Weinzi für die strategische Missionsplanung.

Euroglide 2016: Vierte Etappe: Blau nach Plock


Heute morgen gabs als Abschiedsgeschenk noch ein herrliches Frühstück von Heinz. Danach haben wir uns vorbereitet. Wir mussten noch die Schleppmorane aus dem Hangar holen. Der Hangar entpuppte sich als riesengroßer NVA-Hangar, mit 30 m hoher Decke, Deckenkran und ca 200×50 m Platz innen mit riesengroßen Toren. Darin befand sich ein ebenso riesiger Mil Mi-8 Hubschrauber und ein L29-Jet. Und dabei durften wir noch Heinz‘ perfekt hergerichteten Twin III Acro besichtigen und ihm kurz helfen, die Flächen umzudrehen. Nach den Startvorbereitungen mussten wir schnell machen, denn der „Baron“ kam mit seiner Zweimot. Der Flugleiter, der uns die Fläche gehalten hat, hat schon a bisserl gschwitzt.


Danach gings um halb 11 hinter Heinz im Schlepp los. Der erste Bart ging wunderbar auf sagenhafte 1300m bis an die Basis. Danach flogen wir über den riesigen Zauberwald, ca. 80 km im Durchmesser. Aber leider alles Blau und eng mit schlechten Steigwerten. Dafür gings nur auf 800m über Grund. Der ganze Flug war sehr schwierig mit zwei kurzen schnellen Abschnitten. Was haben wir geschwitzt.


Mindestens Dreimal waren wir nur wenige Meter über der Höhe, die wir uns gesetzt haben, um den Motor zu zünden. Aber dann ging doch noch ein Bärtchen raus.


Um halb fünf haben wir uns dann doch in den Endanflugbereich von unserer zweiten Wende in Plock, 50 km vor Warschau gemogelt.


Wir haben am Horizont noch eine schöne Wolke gesehen und haben überlegt, ob wir noch bis nach Kielce fliegen. Leider stellte sich heraus, dass die Wolke durch eine Raffinerie ausgelöst wurde, die mitten in einer Flugverbotszone liegt. So konnten wir uns die Altstadt von Plock aus niedriger Höhe ansehen, scheint echt schön zu sein hier, direkt an der riesengroßen Weichsel, deutlich breiter als die Donau bei Eferding. Wir haben noch überlegt zu ratteln und den dritten Schenkel in Angriff zu nehmen, aber der nächste Flugplatz mit Segelflugbetrieb lag noch 200km vor uns. Deshalb mussten wir uns leider entschließen hier zu landen, obwohl wir vielleicht noch 100 km hätten fliegen können. Aber ein schöner Flugplatz mit einer Wilga und vielen anderen schönen Flugzeugen entschädigte uns, wohlwissend dass wir wohl unseren 100 km Vorsprung auf den Pulk einbüßen werden. Schnell hatten wir nach der Landung Pavel kennengelernt, der als Kunstfluglehrer Flugunterricht auf dem schön rot-weiss lackierten Zlin-Trener gab und über dem Flugplatz seine Turnübungen mit seinem Schüler Tomek vorführte. Er hat für uns in kürze alles für uns notwendige organisiert. Danach sind noch jede Menge anderer Teilnehmer von der Euroglide eingefallen. Wir haben dann alle Flugzeuge mit dem von uns organisiertemCorsa aus dem Weg geräumt. Nachdem einem schnellen Einkauf fürs Frühstück im Supermarkt hat Jona den Pavel gefragt, ob man vielleicht mit dem Zlin-Trener mal mitfliegen könnte. So schnell konnte ich gar nicht schauen, hatte ich einen Fallschirm an und saß auf dem vorderen Sitz.


Kaum in der Luft zeigte sich ein wunderschönes Sonnenuntergangspanorama. Dann hat Pavel den Trener auf den Rücken gedreht und die Show ging los. Highlight war ein „Messerschmitt-Attack“, ein simulierter Angriff auf die Hallen mit andchließendem Überflug mit dem eingefahrenen Fahrwerk eine Hand breit über dem Boden bei Topspeed. Danach ein fliegender Wechsel, und Jona durfte auch noch ran. Er durfte auch zwei Rollen selber fliegen. Geht wohl wie im Segelflugzeug am besten. Pavel und Tomek haben uns dann noch im Auto in die Altstadt mitgenommen, wo wir jetzt mit Andi Kath am schönen Stadtplatz noch ein Bier trinken. Danach gehts noch an die Weichsel an den Strand. Zu Essen haben wir leider ob der fortgeschrittenen Uhrzeit nichts mehr bekommen, aber wir haben vorhin gut eingekauft. Achja, noch was geiles am Rande: Ich und Jona haben vorhin beide zum ersten Mal beim Aussteigen aus dem Segelflugzeug polnischen Boden betreten.


Bis morgen.

Brezn und Jona

Euroglide 2016: Dritte Etappe: eine Reise in Heinz Storchs Paradies 


Gestern Abend könnten wir uns tatsächlich noch in KöPis Hotel einschmieren. Wir haben die Gelegenheit sofort genutzt um unsere Schuhe zu nutzen, worauf hin KöPi etwas lethargisch auf seinem Bett naach Atemluft schnappte. Die Hundertstundenkontrolle der Kleidung (=Waschen) könnten wir ohne größere Überschwemmung in KöPis Bad erfolgreich durchführen. Danke KöPi für die schöne Nacht mit dir :-DDanach haben wir noch Semmeln gekauft und haben bei Extra eine Werksführung bekommen. Anders als gedacht sind doch noch mehr als 25 Teilnehmer aus Holland bei der Führung dabei gewesen. Nach dem feudalen Frühstück mit Team IN und 72 ging es gleich in die Startaufstellung. Zum Glück könnten wir bei äußerst tiefer Basis noch vor der Meute starten. Trotz widriger Wetteraussichten kamen wir gut voran und in kurzer Zeit wurde der erste Wendepunkt erreicht. Kaum dort angekommen, beschlossen wir dann doch das Hauptfahrwerk mal einzufahren.


Das Wetter wurde dann zunehmend besser, richtig gut wurde es aber nie. Wir erreichten sogar manchmal knappe 1000 Meter über Grund. So ging an vorbei an Münster, Bielefeld (es gibt es wirklich, wir haben es gesehen) Richtung Ithhills. Südlich Hildesheim vorbei ging es Richtung Harz und in die unendlichen Weiten Ostdeutschland. Das Wetter war sehr pulsierend, mal besser und mal richtig schlecht. Bis Reinsdorf kamen wir dennoch relativ flott voran, danach war das Wetter aber ziemlich aus. So mussten wir dann nach guten 500km bei Bronkow den Motor ziehen, was einmal pro Wettbewerbsflug bei der Euroglide erlaubt ist. Danach konnten wir noch mäßiges Steigen mitnehmen um uns zu den Kohlekraftwerken Schwarze Pumpe und dem zweiten Kraftwerk, dessen Name uns nicht mehr einfällt, mogeln.



Beeindruckende Kohletagebauten mit knapp 10 km Durchmesser lagen auf dem Weg zu den Kraftwerken unter uns. Nach dem zweiten Kraftwerk reichte die Höhe bis an die Deutsch-Polnische Grenze. Wir sind einmal komplett quer durch Deutschland geflogen. Wie geil! Wir wurden dann in Rothenburg bei Görlitz von einer knorrigen Stimme am Funk begrüßt, die wohl Spaß verstand. Wie sich später herausgestellt hat, ist das der Inhaber der lokalen Flugschule, Heinz Storch. Unzählige ULs und Zeug stehen in seinen Hangars rum. Wir durften uns mit dem Gartenschlauch nach dem anstrengenden Flug duschen, sogar ein Kasten Bier wurde zu unseren Ehren besorgt.


Voller Stolz zeigte uns Heinz seinen schönen Ventus bt und sein tolles Heim am Flugplatz voller Fliegerraritäten, inklusive einer Modellsammlung unzähliger Flugzeuge aus der Zeit des zweiten Weltkriegs. Vielleicht finden wir ja ein Museum für die schöne Sammlung, die ihm ein Freund vermacht hat. So verbrachten wir den weiteren Abend mit Fliegergeschichten unter freiem Himmel. Eine schöne Langzeitbelichtung von der ASH wurde von Heinz auch noch gemacht. Wir haben dann doch mal auf die Euroglide Homepage geschaut und überrascht festgestellt, dass wir wohl ziemlich vorne dabei sind (wenn nicht sogar ganz vorne 😉

Endlich ein schöner fliegbarer Tag. Für morgen sind die Prognosen auch gut, wenn nicht sogar besser. Wir melden uns wohl morgen definitiv aus Polen!
Danke an das Team 72, IN für das tolle Frühstück, an Extra und Mega für die Werksführung, an Holle und Weinzi für den super Groundsupport und an Heinz Storch für die Unterstützung hier in Rothenburg und den schönen Abend.